Dr. Gerhard Friedrich Peters

Chemiker, geb. 16.3.1900, gest. 2.5.1974

Ab 1921 wird Peters als Werksstudent in Dessau mit der Herstellung von Blausäure betraut und ist Mitentwickler von Zyklon B. Nach seinem Studienabschluss 1924 wird er dort Leiter der Blausäureabteilung. 1925 Promotion. 1928 wechselt Peters als Leiter eines Labors zur Degesch und wird dort 1932 Prokurist, 1939 Geschäftsführer der Degesch.
Peters tratt 1933 der SA bei, 1937 der NSDAP.
1941 wird er auch Geschäftsführer der Heli.
Peters ist 1944 Leiter der Blausäuretagung in Frankfurt/ Main.
1945 schied er bei Heli und Degesch aus und arbeitete beim Ausbau des Allgemeinen Entwesungsdienstes Friedberg mit.
In den Nürnberger Prozessen tritt er als Zeuge auf. Durch seine Aussagen wird bekannt, das er vom Verwendungszweck von Zyklon B wusste. 1949 wird der Prozess gegen ihn eröffnet. Peters wird am 29.3.1949 zu 5 Jahren Zuchthaus wegen "Beihilfe zum Totschlag" verurteilt.

 



Nach mehreren Berufungen und einem Gnadengesuch, das von über 200 Personen aus Wissenschaft und öffentlichem Leben unterzeichnet wurde, wird er schließlich aus Mangeln an Beweisen 1955 freigesprochen.
Da das Gericht jedoch nicht von der Unschuld überzeugt war, erhielt Peters kein Recht auf Entschädigung der dreijährigen Untersuchungshaft und keinen Ersatz der Kosten für das Wiederaufnahmeverfahren.

Danach wird Peters Leiter der Essener Firma Monoxyd-ex und in die Bundeskommission zur Bekämpfung der Luftverschmutzung im Ruhrgebiet berufen.