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Dr. Walter Heerdt
Chemiker, geb. 1888, gest. 2.2.1957 Dr. Walter Heerdt
gilt als der Erfinder von Zyklon B. Das Patent wurde zwar von der
Degesch angemeldet, Heerdt aber als Erfinder eingetragen. "Heerdts
Vergütung aus dem Erfindervertrag betrug 0,8 bis 1,7% der verkauften
Menge des Zyklon B."
Als Ergänzung zum Erfindervertrag (der 1943 auslief) hätte
sich die Degesch gerne eine erweiterte Mitarbeit Heerdts gewünscht
und bat deshalb den Satz "Erfindungen auf dem Gebiet der Schädlingsbekämpfungsmittel"
um den Zusatz "sowie der Gift- und Reizgase" zu erweitern.
Dr. Heerdt lehnte diesen Zusatz, der auch militärische Anwendungen
einschliessen könnte ab: "Nach reiflicher Überlegung
möchte ich Sie bitten, den Gedanken einer Erweiterung meiner
Verpflichtung auf Gift- und Reizgase fallen zu lassen. Es scheint
mir eine derartige Überlegung nicht in den Rahmen eines derartigen
Vertrages zu passen."
Quelle: "Die Händler des Zyklon B" S.58
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1920-25 Geschäftsführer der Degesch
1925 Gründung der Firma Heerdt-Lingler (Heli)
Heerdt und seine Familie waren dafür bekannt, dass sie den
Kontakt zur Partei mieden. 1941 wurde seine Frau wegen Äußerungen
in einem abgefangenen Brief verhaftet. Heerdt erlitt daraufhin einen
"Lungenschlag" und lag bis Anfang 1942 schwerkrank im
Krankenhaus. Einer Abberufung als Geschäftsführer der
Heli kam er durch seine Rücktritt am 21.8.1941 zuvor. Nach
seiner Genesung wurde auch er durch die Gestapo verhaftet. Er und
seine Frau wurden im März 1942 entlassen. Ab 1943 bekam er
von Degesch und Heli monatlich jeweils 200 Reichsmark als "Mitarbeitervergütung"
ausgezahlt.
1946 wurde er wieder Geschäftsführer der Degesch.
Quelle: "Die Händler des Zyklon B"
S.58
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