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Fritz Haber:
Chemiker, geb. Breslau 9.12.1868, gest. Basel 29.01.1934; entdeckte
das Verfahren, Stickstoff und Wasserstoff durch Anwendung hoher
Drücke, hoher Temperaturen und bestimmter Katalysatoren zu
Ammoniak zu vereinigen, das C. Bosch für die großtechnische
Ammoniaksynthese ausbaute (Haber-Bosch-Verfahren), erhielt dafür
1918 den Nobelpreis für Chemie. Im Ersten Weltkrieg förderte
er den Einsatz von Giftgas (1915 Chlorgas, 1917 Senfgas). (c)
F. A. Brockhaus AG,
Haber führte das aus den USA stammende
Blausäurebegasungsverfahren in Deutschland ein. Hierzu verbesserte
er das riskante US-Verfahren, bei dem ein Cyanidssalz in eine Säurevorlage
geschüttet wurde, durch das sicherere Verfahren, bei dem Blausäure
(mit Stabilisator und Warnstoff), auf einem porösen Trägermaterial
aufgebracht wird. Beim öffnen der Dose verflüchtigt sich
die Blausäure langsamer vom Träger. Haber gründete
1917 den "Technischen Ausschuß für Schädlingsbekämpfung",
aus der später die Deutsche Gesellschaft für
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Schädlingsbekämpfung (Degesch) hervorging.
Haber, ehemals Jude, wandte sich 1902 vom jüdischen
Glauben ab. Ende 1914 trat Haber selbst
an die Militärs heran, in dessen Folge ein erster Feldversuch
mit Chlorgas bei Köln vorgeführt wurde. Die erste Anwendung
durch Deutschland im Krieg erfolgte am 22.4.1915 in Frankreich.
Seine Frau Klara Haber (ebenfalls Chemikerin), warf ihm vor, daß
der Einsatz der Wissenschaft für den Krieg inhuman sei. Haber
nannte sie deshalb eine Verräterin Deutschlands. Klara Haber
erschoß sich.
Als Hitler an die Macht kam, wurde auch Haber wieder als Jude definiert.
Er durfte noch arbeiten, seine jüdischen Mitarbeiter nicht.
Später trat auch er zurück.
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